50 Jahre Arge Polen

Ein halbes Jahrhundert Leidenschaft für die Polnische Philatelie

Seit nunmehr fünfzig Jahren steht die Bundesarbeitsgemeinschaft Polen e.V. im BDPh e.V. (BArGe Polen) für philatelistische Forschung, internationale Verbundenheit und die Begeisterung für die polnische Postgeschichte. Ihren Anfang nahm diese Entwicklung am 31. Oktober 1976 während der 1. Internationalen Briefmarkenmesse in Essen. Sechzehn engagierte Polensammler schlossen sich damals zusammen – daraus entstand eine der heute aktivsten und forschungsstärksten Arbeitsgemeinschaften im Bund Deutscher Philatelisten e.V.

Sonderstempel zur 1. Internationalen Briefmarkenmesse Essen (Rhein-Ruhr-Posta ´76), abgeschlagen auf einem Erinnerungsblatt am Geburtstag (31.10.1976) der ArGe Polen.

 

Nach einer schwierigen Anlaufphase begann im Jahr 1983 für die Bundesarbeits­gemeinschaft Polen e. V. eine neue Phase der Festigung und Weiterentwicklung. Besonders eng mit dieser Zeit verbunden ist der Name Stefan Petriuk, der die BArGe Polen von 1983 bis 2023 – und damit über vier Jahrzehnte – leitete und nachhaltig prägte. Wichtige Akzente setzten in dieser Zeit ebenso die Geschäftsführer Hans-Jürgen Dobiat, Egon Ochsmann sowie der heutige Geschäftsführer Michael Lenke, die alle zur kontinuierlichen Entwicklung der BArGe beigetragen haben.

Ein wesentliches Bindeglied unserer Gemeinschaft ist das dreimal jährlich erscheinende Mitteilungsblatt. Ergänzt wird es durch unsere Homepage www.arge-polen.de sowie durch die jährlichen Treffen in Soest, die für viele Mitglieder längst zu einem festen Termin mit Kultstatus geworden sind. Neben dem fachlichen Austausch stehen dort vor allem das persönliche Kennenlernen und das Miteinander im Mittelpunkt – ein Merkmal, das unsere Gemeinschaft seit fünf Jahrzehnten auszeichnet.

Unsere Mitglieder leben auf der ganzen Welt: in Deutschland, Polen, Italien, den USA, Kanada, Australien oder Japan – um nur einige Länder zu nennen. Insgesamt wurden bislang über 550 Mitgliedsnummern vergeben und viele dieser Mitglieder sind bis heute aktiv mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Polen verbunden.

Die Förderung der Jugendarbeit ist für die Bundesarbeitsgemeinschaft Polen seit jeher ein besonderes Anliegen. Bereits seit vielen Jahren unterstützt die BArGe Polen Jugendgruppen in Polen durch die Bereitstellung von Sachspenden, insbesondere Briefmarken, Alben und Zubehör. Insgesamt konnten so bereits mehr als zwei Tonnen an philatelistischem Material zur Verfügung gestellt werden. Die Übergabe erfolgt durch unseren Ehrenvorsitzenden Stefan Petriuk persönlich, der die Spenden regelmäßig an verschiedene Briefmarkenvereine-Jugend in Polen überbringt und vor Ort verteilt. Auf diese Weise leisten wir einen nachhaltigen Beitrag zur Förderung des philatelistischen Nachwuchses.

Übergabe einer Spende an einen Jugendlichten aus Polen während der IBRA 2023 in Essen

Mit der Jan-Witkowski-Medaille hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Polen im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise um die Polenphilatelie verdient gemacht haben. Zu den Geehrten zählen unter anderem der frühere BDPh-Präsident Michael Adler, der ehemalige Chefredakteur der „philatelie“ Wolfgang Maaßen, der Präsident des Polnischen Philatelisten Verbandes Henryk Monkos sowie Prof. Ludwik Malendowicz, Prof. Julian Auleytner und Zbigniew Mikulski. Eine große Besonderheit für die BArGe Polen war die Ausgabe (MiNr.4563) der Polnischen Post für die Bilaterale Polnisch-Deutsche Briefmarkenausstellung „Kargowa 2012“ in der polnischen Stadt Kargowa, die von der BArGe Polen maßgeblich mitorganisiert wurde.

Es kommt nicht oft vor, dass ein Land für eine Bilaterale eine Briefmarke – hier sogar ein Block - herausgibt.

Die polnische Philatelie hat weit mehr zu bieten, als oft angenommen wird: eine spannende Postgeschichte, seltene und aussagekräftige Belege, vielfältige Ausgaben sowie ein ausgesprochen interessantes Forschungsfeld, das immer wieder neue Entdeckungen ermöglicht. Ein Blick auf die europäische Geschichte der vergangenen rund 250 Jahre verdeutlicht zugleich die enge postalische Verflechtung mit dem polnischen Raum. Sowohl die napoleonischen Feldzüge als auch die Aktivitäten Preußens, Österreichs und Russlands hinterließen in der Zeit von 1779 bis 1918 deutliche Spuren auf polnischem Territorium. Von besonderer philatelistischer Bedeutung sind hierbei die Entwicklungen während des Ersten Weltkriegs sowie in der Zeit ab 1918. Hervorzuheben sind insbesondere die zahlreichen Ausgaben der Germania-Serie mit unterschiedlichen polnischen Aufdrucken. Dieses Sammelgebiet erweist sich bis heute als außerordentlich facettenreich und bietet weiterhin ein nahezu unerschöpfliches Forschungs- und Sammelpotenzial.



Ehrenvorsitzender Stefan Petriuk (links) und der 1. Vorsitzender Stanislaus Rziha am Stand der ArGe bei der IBRA 2023



Wenn Sie Fragen zu diesem außergewöhnlichen Sammelgebiet haben, stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung: arge-polen@outlook.de

Stanislaus Rziha