BUNDESARBEITSGEMEINSCHAFT
POLEN e.V.
im Bund Deutscher Philatelisten e.V.
 
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Briefe mit Vergangenheit
Die allergrößte Sammlung über die Lodzer Gettopost wird in polnischen Schulen, Lehranstalten und Museen gezeigt.

Ich werde glücklich sein, wenn diese Sammlung den meisten Polen zur Verfügung gestellt werden kann. Ich möchte, dass besonders die Jugend sich mit dem Drama der Juden bekannt macht – sagt Danny Spungen der „Newsweek“. Die durch den Amerikaner jüdischer Herkunft geleitetete Stiftung ist seit einem Monat der Eigentümer dieses einmaligen Archivs, welches 240.000 € Wert ist. Die Rede ist von 1200 Brief- und Druckexponaten, dazu Gettogeld und Gettopostmarken. Das Getto Lodz war das einzige auf der Welt, dass eine eigene Währung hatte.

Dieses Material ist eine Quelle an Wissen über die im Getto tätigen Firmen und über die Schicksale der darin im Getto arbeitenden Familien – sagt Jacek Kucharski, Experte auf dem Gebiet der Philatelie. Ergänzend fügt er hinzu, dass an Hand dieser Sammlung gleich mehrere Doktorarbeiten geschrieben werden können. Die Einmaligkeit des Materials unterstreichen auch Museumsfachleute.

Es ist die einzige existierende, so große philatelistische Sammlung dieser Art auf der Welt. Zusätzlich ganz leicht zum Ausstellen geeignet, fügt Wojciech Zrodlak (Museum für Unabhängigkeits-Tradition) in Lodz, hinzu. Jetzt besteht die Chance, dass die Briefe aus dem Getto in der Gegend zu sehen sein werden, in der einst die Schreiber derer gelebt haben.

Marcin Marczak

Aus der polnischen Wochenzeitschrift „Newsweek“ Nr.24/2009 vom 14.06.2009 übersetzt von Stefan Petriuk

Anmerkung: Bei der hier erwähnten Sammlung handelt es sich um das Exponat unseres Mitglieds Manfred Schulze aus Berlin, das er bereits vorher mehrfach international und national ausgestellt hatte und im Frühjahr dieses Jahres verkauft hat.
 

Nachruf

Pawel Wohl am 30. Mai 2009 in Warschau verstorben

Pawel, den ich seit über dreißig Jahren sehr gut und privat kannte, zählte zu den bekanntesten Philatelisten in Polen und außerhalb. Er unterstützte und förderte finanziell u.a. auch die polnische Philatelie. Jeder der Polenmarken sammelte und Warschau besuchte, ist mit Sicherheit in dem ältesten Briefmarkenfachgeschäft in der Swietokrzyska Strasse bei Pawel eingekehrt. Sein Geschäft war eine wahre Schatzkammer, die für jeden etwas hatte. Viele erinnern sich noch sehr gut an die drei großen Briefmarkenauktionen aus den letzten Jahren. Eine weitere war schon in Vorbereitung. Auch privat war Pawel zusammen mit seiner lieben Frau Teresa sehr gastfreundliche Familie. Sehr wohl erinnere ich mich an einen seiner letzten Abende bei ihm, wo wir gemeinsam „drei“ Weinflaschen von sehr edlen Tropfen verkostet haben. Es waren seine letzten.

Wir werden Pawel Wohl in guter Erinnerung behalten und ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.

Mit Pawel habe ich einen guten Freund verloren.

Stefan Petriuk

"Überlebende des Holocoust"
Die Markenausgabe vom 30. Januar 2009 „Überlebende der Vernichtung“ wurde am 24. Februar 2009 unerwartet und komplett aus dem Postverkauf zurückgezogen. Was ist passiert ?

Die Erklärung ist bereits auf den Internetseiten der Polnischen Post zu finden. Bei der Markenausgabe zu 2,10 ZŁ ist der Name von Władysław Wolski nicht vollständig wiedergegeben. Sein vollständige Name lautete: Józef Władysław Wolski. Professor Józef Władysław Wolski, lehrte als Historiker u.a. an der Jagiellonen Universität in Kraków, dann auf der Universität Wrocław und Łódź. Im Jahre 1939 wurde er von den Nazis während der „Sonderaktion Krakau“ verhaftet und bis 1941 im KZ Sachsenhausen festgehalten.

Ein Władysław Wolski, ohne den Vornamen Józef, der in Wirklichkeit Antoni Piwowarczyk  hieß, war nach 1945 in Polen ein sehr übler Zeitgenosse. Unter anderen war er in den Jahren 1949-1950 Minister für Öffentliche Verwaltung in der Regierung von Józef Cyrankiewicz und arbeite eng mit dem damaligen polnischen Staatssicherheitsdienst zusammen, der wiederum sehr eng mit dem russischen Geheimdienst verbunden war.

Am 11.3.09 hat die polnische Post die geänderte Marke(rechts mit Jozef) im Internet vorgestellt. Wenn man die Markenunterschrift vergleicht, sieht man, dass die Texte bei der neuen Marke näher am Polska/Wert stehen. Das scheint auch bei den anderen Werten so zu sein.

Auf Grund der fehlerhaften Beschriftung hat die Polnische Post lediglich den Verkauf dieser Kleinbögen eingestellt. Die genaue Situation ist derzeit nicht feststellbar.

Einige Kleinbögen aus der neuen Auflage mit dem korrektem Namen habe ich Ende Mai in Polen kaufen können. Die Auflage soll nur 37.500 Kleinbögen betragen. Es ist nicht bekannt, wieviele der falschen Kleinbögen zum Verkauf gekommen sind.

© 2009 BArGe Polen e.V.